Donnerstag, 30. Oktober 2014

Bauprojekt Geige - (5) Reifchen

Nachdem ich die Ecken der Zarge mit dem Schnitzer gekürzt habe, wurde der Zargenkranz mit dem Hobel auf minimalen Überstand zu den Blöcken abgerichtet.
 Am unteren Zargenstoß habe ich eine Einlage aus einem Adernpaket eingefügt.

Die Reifchen habe ich aus Lindenholzleisten hergestellt. Sie wurden auf 2mm Stärke gehobelt und in 7mm breite Streifen geschnitten. Die Leisten habe ich mit Hilfe einer hölzernen Parallelzwinge in der Hinterzange zum Hobeln gespannt.


Die Reifchen wurden am Biegeeisen in die benötigte Form gebogen und leicht über die Zarge überstehend mit Glutinleim verleimt.
An den Ecken sind die Reifchen dabei in die Klötze eingelassen.
Die Reifchen habe ich dann wiederum auf die Höhe der Zarge gehobelt. Die Zarge wurde danach im ganzen auf Schleifpapier plan geschliffen bis kein Überstand mehr an den Klötzen vorhanden war. Zum Schleifen hat sich hier auch wieder die Steinplatte (Fensterbrett) bewährt.

Danach habe ich noch die Zargenaußenseite mit Schleifpapier verputzt.

Sonntag, 19. Oktober 2014

Bauprojekt Geige - (4) Zarge

Diese Woche habe ich den Zargenkranz gebaut. Das Biegen der Zargen und das Verleimen mit den Klötzen war dabei in drei Schritte aufgeteilt. Zuerst die Mittelzargen, dann Oberzargen und zuletzt die Unterzargen.

Zuerst habe ich aber die Zargen abgerichtet und verputzt. Die Dicke musste ich dabei von den ursprünglichen 1,4mm auf etwa 1mm reduzieren. Das habe ich im wesentlichen mit Ziehklingen gemacht, zum Schluss habe ich mit einem Schleifklotz nachgeschliffen.

Die Stärke und deren Gleichmäßigkeit über die Fläche habe ich dabei mit einem selbst gebauten Dickenmessgerät überprüft.





Im ersten Schritt habe ich die Mittelzargen (Mittelbögen) gebogen und verleimt. Zum Biegen habe ich die Zargen nur leicht befeuchtet, einweichen hat sich bei meinen ersten Vorversuchen als etwas ungünstig bei dem geflammten Ahorn erwiesen. Nach dem Erwärmen der Mittelzarge an der flachen Seite des Biegeeisens habe ich mit Hilfe eines Biegeblechs und eines Anpressklotzes die Zarge in die gewünschte Form gebracht.




Vor dem Verleimen habe ich die Hölzer mit einem Heißluftfön erwärmt. Als Leim kam hier auch wieder Heißleim (Knochenleim) zur Anwendung.




Nun habe ich die Klötze mit Hohleisen in ihre gewünschte Endform gebracht. Die Symmetrie habe ich dabei immer wieder mit dem Zirkel kontrolliert.

In den nächsten beiden Schritten wurden erst die Oberzargen und zuletzt die Unterzargen mit den Klötzen verleimt. Bei der Unterzargen habe ich zuerst beide Hölzer nur mit dem Endklotz verleimt um hier einen sauberen Stoß der beiden Hälften zu erhalten, danach wurden die Zargen an die unteren Eckklötze geleimt.


Montag, 13. Oktober 2014

Bauprojekt Geige - (3) Eckklötze formen

Die Eckklötze habe ich auf einer Steinplatte (Fensterbank) mit Schleifpapier abgerichtet. Dabei habe ich darauf geachtet die finale Höhe der Klötze exakt zu erreichen. Das Meiste habe ich dabei mit Körnung 40 geschliffen, bei Körnung 150 hatte ich kaum einen Fortschritt gesehen.


Auf die sauber plan geschliffenen Klötze habe ich dann auf beiden Seiten die Form der Geige übertragen. Die Schablone ist aus dünnem Sperrholz hergestellt, für die genaue Platzierung verwende ich Passstifte aus 6mm Messingrundmaterial.


Danach wurden die Klötze auf Form gebracht, das habe ich mit Stemmeisen und einem vom Stich passenden Hohleisen gemacht. Auf der Steinplatte wurde dabei ständig kontrolliert das die Außenflächen der Klötze im rechten Winkel zur Bodenplatte stehen.


Die Symmetrie der Geige habe ich mit einem Zirkel überprüft. Dabei wurde die Entfernung der Ecken von der Mittellinie verglichen. Die Einstechpunkte auf der Mittellinie liegen dabei in der Nähe der Passstifte.

Donnerstag, 9. Oktober 2014

Geigenbauhobel

Aus einem Stück Messingwinkel und einem kleinen Rest Birnenholz habe ich mir einen Geigenbauhobel gebaut. Das Birnenholz habe ich etwas dicker als die Eisenbreite ausgehobelt und die beiden Teile des Hobels zugesägt. Der Schnittwinkel für das Hobeleisen ist 45°. Zuerst war ich versucht den Winkel größer zu machen, da der Hobel aber auch Fichtenholz ordentlich hobeln soll habe ich dann doch lieber die üblichen universellen 45° für das Bett des Hobeleisens gewählt.
Den Messingwinkel habe ich entsprechend zugeschnitten, ein weiteres Teil für die zweite Wange gesägt, sowie das Maul mit der Eisensäge ausgeschnitten.
Zusammengefügt habe ich es dann mit Epoxidharzkleber.
In dem folgenden Bild kann man gut die beiden Messingteile erkennen aus denen der Hobel besteht.




Das Gegenlager für den Keil habe ich aus einem kurzen Stück Federstahl gemacht. Zuerst habe ich es mit einem Holzkeil versucht. Das hat nicht so gut funktioniert, das Eisen hat sich beim Hobeln immer wieder gelockert. Ein Schraubkeil hat dann Abhilfe geschafft.

Hier die erste Version mit dem Holzkeil:


Und die zweite Version mit dem Schraubkeil:




Das Eisen ist ein Ersatzeisen für einen Herdim Geigenhobel.
Geschärft habe ich es mit der Schleifhilfe von Richard Kell, für schmale und kurze Eisen eine sehr schöne Lösung.




In ersten Versuchen mit Ahornholz hat er sehr gut funktioniert.


Man greift den Hobel zwischen Daumen und Zeigefinger, der Mittelfinger liegt an der Hinterkante des Hobels und kann beim Schieben unterstützen.




Ich habe noch ein zweites Eisen für einen Hobel mit gewölbter Sohle, den werde ich wohl die nächsten Tage mal angehen.
Den Gedanken für meine Nuthobeleisen (Record 043 und 044) Hobelkörper zu bauen habe ich verworfen, die Eisen scheinen mir zu lang (90mm).






Sonntag, 5. Oktober 2014

Bauprojekt Geige - (2) Eckklötze

Am Wochenende habe ich die Eckklötze auf die benötigte Größe zugerichtet und punktuell mit der Zargeninnenform verleimt.


Die Eckklötze habe ich dabei mit dem Einhandhobel  in den rechten Winkel gebracht und dann mit der Kreissäge (Unterflurzugkreissäge) auf die korrekte Länge gekappt. Die Länge ist dabei noch ein Millimeter länger als die finale Länge (je nach Klotz von 31mm bis 33mm).

Das Formbrett besteht aus einer 15mm dicken Multiplexplatte, ich habe sie lackiert um die Form unempfindlicher zu machen. Mit drei Schrauben kann das Formbrett so ausgerichtet werden, daß die Eckklötze jeweils mittig sind. Als Referenzebene dient mir dabei eine Steinplatte (Fensterbrett, wird sonst zum Abrichten von Hobelsohlen verwendet).

Geleimt habe ich die Klötze mit recht dickflüssigem Heißleim. Form und Klötze wurden zuvor mit dem Heißluftföhn erwärmt. Als Leimkocher verwende ich einen Fläschchenwärmer für Babynahrung. Die Einstellung auf 70°C funktioniert dabei ganz gut bei diesem Gerät.

Sonntag, 14. September 2014

Eine neue Gestellsäge

Für die Verwendung von Scheifsägeblätter von Gramercy habe ich mir eine weitere Gestellsäge gebaut. Von Gramercy bekommt man sehr feine Sägeblätter bis zu 24 TPI, also mit einer Zahnteilung von nur etwa 1mm!!

Die Angeln für die Säge habe ich gekauft, das Gestell ist aus Resten von Weisbuche hergestellt.


Dies ist nun meine fünfte selbstgebaute Gestellsäge und war lange geplant. Realisiert habe ich sie jetzt um eine feine Schweifsäge für den Geigenbau zu haben.